Das Spiel

Das Spielgerät gibt dem Spiel seinen Namen:
Boule
 (franz.: Kugel) heißt das Spiel, bei dem eigentlich ganz normale Menschen ihre Kugeln in merkwürdiger Reihenfolge auf den Boden werfen, wieder aufheben, mit einem Lappen säubern, um sie dann wieder aufs Neue wegzuwerfen …

„Boccia“ ist dasselbe auf italienisch, – mit anderen Kugeln, anderen Regeln und auf besonders präpariertem Boden. „Petanque“ ist die weltweit verbreitete französische Variante des Spiels auf dafür nicht besonders präpariertem Gelände, entstanden in den 20er Jahren in der Provence und gespielt nach den internationalen Petanque-Regeln.

Petanque kann entspannt als Hobby betrieben werden, aber auch als mental und technisch anspruchsvoller Leistungssport: Nahezu jedes Wochenende finden in Baden-Württemberg Turniere statt, veranstaltet von einem der über 100 Vereine im Land, und seit vielen Jahren auch ein sportlich anspruchsvoller Ligabetrieb des „Boule, Boccia und Petanque-Verbandes Baden-Württemberg e.V.“ (BBPV), an dem auch die Mannschaft der Pfullinger Leg- und Schießgesellschaft um Punkte kämpft. Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene sind auch hier die Krone des Sports.

Der Deutsche Petanque Verband hat einen kurzen Film zur „Faszination Boule“ produziert:
http://www.youtube.com/watch?v=ppPGtbQQMIk

Auch wenn’s nicht so aussieht – es gibt auch hier Regeln:

Die Spielpaarungen:

Triplette: 3 Spieler gegen 3 Spieler, jede Person hat 2 Kugeln
Doublette: 2 Spieler gegen 2 Spieler, jede Person hat 3 Kugeln
Tête-à-Tête: 1 Spieler gegen 1 Spieler, jede Person hat 3 Kugeln

Die Boule-Kugeln:

Die Eisenkugeln haben einen Durchmesser zwischen 70,5 und 80,0 mm und ein Gewicht zwischen 650 und 800 Gramm. Qualitativ gute Kugeln können günstig in Supermärkten in Frankreich und bei Boule-Versandhändeln (mit Verkaufsständen bei großen Turnieren) erworben werden. Bezugsquellen und Leihkugeln sind bei der Pfullinger Leg- und Schießgesellschaft erhältlich.

Der Spielverlauf:

Vor Beginn des ersten Durchgangs wird ausgelost, welche Mannschaft das Ziel – eine kleine Holzkugel von 25-35 mm Durchmesser – zuerst werfen darf. Ein Spieler dieser Mannschaft A zeichnet einen Kreis auf den Boden (35-50 cm Durchmesser) und wirft von dort die Zielkugel (auch „Schweinchen“, franz. „cochonnet“ genannt) 6-10 m weit weg. Der Leger (Pointeur) derselben (!) Mannschaft A wirft („legt“) nun aus dem Kreis seine erste Kugel so nahe wie möglich an die Zielkugel. Während des Wurfs müssen beide Füße des Spielers innerhalb des Kreises bleiben und Bodenkontakt behalten, bis die gespielte Kugel den Boden berührt. Beim Wurf zeigt der Handrücken nach oben. So verlässt die Kugel zielsicher die Hand, evtl. kann auch noch ein Drall mitgegeben werden. Nun versucht der Leger der Mannschaft B, seine Kugel besser zu legen, d.h. dem Ziel näher zu bringen. Gelingt ihm das, muss Mannschaft A diese Kugel überbieten … und so fort, bis alle Kugeln gespielt sind. Es ist also immer das Team an der Reihe, dessen beste Kugel schlechter platziert ist.

Wenn es nur schlecht möglich ist, eine Kugel besser zu legen, weil die Kugel des Gegners nahe am Ziel liegt, wird diese vom „Schießer“ (Tireur) der Mannschaft weggeschossen. Wann es aus taktischen Gründen besser ist zu schießen oder zu legen sorgt innerhalb der Mannschaften – teils mit, teils ohne Erfolg – immer wieder für Gesprächsstoff.

Hat eine Mannschaft keine Kugeln mehr, versucht die andere Mannschaft, ihre noch nicht gespielten Kugeln durch Legen oder Schießen so einzusetzen, dass möglichst viele eigene Kugeln näher am Ziel liegen als die beste Kugel des Gegners. Denn jede Kugel einer Mannschaft, die dem Ziel näher liegt als die bestplatzierte des Gegners, zählt einen Punkt. In jedem Durchgang sind auf diese Weise ein bis sechs Punkte zu vergeben; bei 13 ist Schluss mit einem Händedruck, die Revanche kann beginnen …

 

 


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